Das Wichtigste zur Spirale kurz erklärt
Unter dem Begriff „Spirale“ werden kleine Verhütungsmittel zusammengefasst, die von einer Ärztin oder einem Arzt in die Gebärmutter eingesetzt werden. Die zwei Hauptgruppen sind kupferhaltige Systeme und hormonfreisetzende Systeme. Kupferspirale, Kupferkette und Kupferball enthalten keine Hormone. Eine Hormonspirale gibt in der Gebärmutter eine geringe Menge eines Gestagens ab.
Beide Grundtypen gehören zu den wirksamsten reversiblen Verhütungsmethoden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation werden im ersten Anwendungsjahr weniger als eine von hundert Anwenderinnen schwanger. Die konkrete Nutzungsdauer hängt vom gewählten Produkt ab. Nach der Entfernung kann die Fruchtbarkeit grundsätzlich rasch zurückkehren.
Eine Spirale verlangt im Alltag keine tägliche Einnahme. Sie schützt aber nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen. Wenn ein entsprechendes Risiko besteht, bleiben Kondome wichtig. Ob ein intrauterines System medizinisch geeignet ist, wird vor der Einlage anhand der Krankengeschichte, der Untersuchung und Ihrer Wünsche geklärt.
Kupferspirale, Hormonspirale oder Kupferkette: Was ist der Unterschied?
Kupferspirale und andere kupferhaltige Systeme
Kupferhaltige Systeme wirken ohne Hormone. Kupferionen beeinträchtigen die Beweglichkeit und Funktion von Spermien und erschweren dadurch eine Befruchtung. Der natürliche hormonelle Zyklus bleibt erhalten. Das ist für Patientinnen interessant, die hormonfrei verhüten möchten oder bei denen hormonelle Methoden nicht infrage kommen.
Die Monatsblutung kann unter Kupfer stärker, länger oder schmerzhafter werden, besonders in den ersten Monaten. Wer bereits vor der Einlage sehr starke Blutungen, ausgeprägte Regelschmerzen oder eine Blutarmut hat, sollte diesen Punkt besonders sorgfältig besprechen. Die Kupferkette beruht ebenfalls auf Kupfer, hat aber eine andere Form und wird in der Gebärmutterwand verankert. Ob Anatomie und Befund dafür geeignet sind und welches Produkt angeboten wird, muss individuell geklärt werden.
Hormonspirale
Die Hormonspirale setzt Levonorgestrel überwiegend lokal in der Gebärmutter frei. Sie verdickt den Schleim am Gebärmutterhals, hemmt die Beweglichkeit der Spermien und macht die Gebärmutterschleimhaut dünner. Blutungen werden häufig schwächer; bei manchen Patientinnen bleiben sie nach einer gewissen Zeit ganz aus. Unregelmäßige Blutungen oder Schmierblutungen sind besonders am Anfang möglich.
Welche Methode „besser“ ist, hängt vom Ziel ab. Hormonfreiheit, Blutungsmuster, Regelschmerzen, frühere Erfahrungen, Begleiterkrankungen, Medikamente, geplante Nutzungsdauer und persönliche Präferenzen gehören gemeinsam betrachtet. Eine seriöse Beratung stellt deshalb nicht ein einzelnes Produkt in den Mittelpunkt, sondern eine informierte Entscheidung.
Wie sicher ist eine Spirale?
Intrauterine Systeme zählen zu den zuverlässigsten Verhütungsmitteln. Ein wesentlicher Grund ist, dass Anwendungsfehler im Alltag kaum eine Rolle spielen: Es gibt keine Tablette, die vergessen werden kann, und keinen monatlichen Wechsel. Laut WHO tritt sowohl bei kupferhaltigen als auch bei hormonellen Systemen im ersten Jahr bei weniger als einer von hundert Anwenderinnen eine Schwangerschaft ein.
„Sehr sicher“ bedeutet dennoch nicht „ohne jedes Risiko“. Eine Spirale kann unbemerkt ausgestoßen werden oder selten verrutschen. Deshalb werden die Rückholfäden kontrolliert und kann eine ärztliche Lagekontrolle sinnvoll sein. Wird trotz Spirale eine Schwangerschaft vermutet, sollte sie rasch abgeklärt werden. Eine Schwangerschaft mit liegender Spirale ist selten, erfordert aber eine zeitnahe medizinische Beurteilung, unter anderem um eine Eileiterschwangerschaft auszuschließen.
Eine Kupferspirale kann zusätzlich als Notfallverhütung eingesetzt werden, wenn sie innerhalb eines begrenzten Zeitfensters nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingelegt wird. Die WHO nennt dafür bis zu fünf Tage. Das ist eine zeitkritische medizinische Situation: Bitte nicht auf einen regulären Routinetermin warten, sondern sofort ärztlich oder bei einer geeigneten Beratungsstelle nachfragen.
Für wen kommt eine Spirale infrage?
Eine Spirale kann grundsätzlich für viele Altersgruppen infrage kommen, auch wenn noch keine Schwangerschaft bestand. Das Alter allein entscheidet nicht über die Eignung. Wichtiger sind die persönliche Krankengeschichte, die Form und Größe der Gebärmutter, das Blutungsmuster, mögliche Infektionsrisiken und der Wunsch nach einer lang wirksamen Methode.
Vor einer Entscheidung werden unter anderem frühere Schwangerschaften und Geburten, gynäkologische Eingriffe, auffällige Blutungen, Schmerzen, bekannte Veränderungen der Gebärmutter, aktuelle Medikamente und relevante Vorerkrankungen besprochen. Bei unklaren Blutungen, einer bestehenden Schwangerschaft, einer akuten Entzündung im Becken oder bestimmten Veränderungen der Gebärmutter kann eine Einlage nicht oder nicht sofort möglich sein. Für hormonelle Systeme gelten zusätzlich individuelle medizinische Ausschlussgründe.
Auch der Zeitpunkt im Leben zählt: Möchten Sie für mehrere Jahre verhüten? Ist eine Schwangerschaft in absehbarer Zeit geplant? Wünschen Sie ausdrücklich eine hormonfreie Methode? Sind starke Monatsblutungen bereits ein Problem? Aus diesen Antworten entsteht gemeinsam mit Untersuchung und Befund ein sinnvolles Profil.
- langfristiger, aber reversibler Verhütungswunsch
- Wunsch nach einer Methode ohne tägliche Anwendung
- bewusste Entscheidung für oder gegen Hormone
- Berücksichtigung von Blutungsstärke und Regelschmerzen
- Bereitschaft zu Einlage und vereinbarter Kontrolle
Wie läuft das Einsetzen der Spirale ab?
Am Anfang steht ein Beratungsgespräch. Dabei werden Verhütungswunsch, Zyklus, Vorerkrankungen, Medikamente und offene Fragen geklärt. Eine gynäkologische Untersuchung und gegebenenfalls ein Ultraschall helfen, Lage und Form der Gebärmutter einzuschätzen. Abhängig von Situation und Befund kann vorab eine Schwangerschaft oder Infektion ausgeschlossen werden.
Zur Einlage wird die Scheide mit einem Spekulum dargestellt, der Gebärmutterhals vorbereitet und das System mit einem dünnen Einführinstrument in die Gebärmutter gebracht. Der eigentliche Vorgang dauert meist nur wenige Minuten. Manche Patientinnen empfinden ein kurzes Ziehen oder Krämpfe, andere stärkere Schmerzen. Ein gutes Schmerzkonzept wird vorab besprochen und richtet sich nach Ihrer Vorgeschichte und Ihren Bedürfnissen.
Nach dem Einsetzen werden die Rückholfäden gekürzt. Sie dienen später der Kontrolle und Entfernung. Unmittelbar danach können Krämpfe oder eine leichte Blutung auftreten. Planen Sie den Tag möglichst ohne unnötigen Zeitdruck. Ob eine Begleitperson sinnvoll ist, welche Schmerzmittel für Sie geeignet sind und wann Sport, Tampons oder Geschlechtsverkehr wieder möglich sind, klären Sie bitte mit der Ordination.
Der geeignete Zeitpunkt innerhalb des Zyklus ist nicht für jede Patientin gleich. Entscheidend ist vor allem, dass eine Schwangerschaft zuverlässig ausgeschlossen ist und keine medizinischen Gründe gegen die Einlage sprechen. Eine starre Regel „nur während der Periode“ greift zu kurz.
Spirale in Kurznarkose einsetzen lassen
Bei großer Sorge vor der Einlage oder belastenden früheren Erfahrungen kann eine Kurznarkose eine Möglichkeit sein. Ob sie für Sie geeignet ist, wird gynäkologisch und anästhesiologisch geklärt. Vorbereitung, Begleitung auf dem Heimweg und Nachsorge gehören zur Planung.
Nebenwirkungen und seltene Risiken
Veränderte Blutungen gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen. Unter Kupfer kann die Periode stärker oder schmerzhafter werden. Unter einer Hormonspirale sind anfangs unregelmäßige Blutungen möglich; später werden Blutungen häufig deutlich schwächer. Nicht jede Veränderung ist gefährlich, sie sollte aber dann besprochen werden, wenn sie stark ist, lange anhält oder Sie belastet.
Seltene mögliche Komplikationen sind das Durchstoßen der Gebärmutterwand bei der Einlage, das teilweise oder vollständige Ausstoßen des Systems und eine Beckeninfektion kurz nach dem Einsetzen. Eine Infektion hängt meist mit einer bereits vorhandenen, unbehandelten sexuell übertragbaren Infektion zusammen. Deshalb wird das individuelle Risiko vorab eingeschätzt und bei Bedarf getestet.
Eine Spirale verursacht nach heutigem Wissen keine Unfruchtbarkeit. Nach der Entfernung kehrt die Fruchtbarkeit grundsätzlich rasch zurück. Sie „wandert“ auch nicht frei durch den Körper. Solche Sorgen dürfen im Beratungsgespräch ausdrücklich angesprochen werden. Gute Medizin bedeutet hier, Nutzen, mögliche Belastungen und seltene Risiken verständlich gegeneinander abzuwägen.
Nachsorge: Was ist normal und wann sollte ich anrufen?
Leichte Krämpfe und Schmierblutungen können nach der Einlage vorkommen. Wie lange sie anhalten, ist individuell. Halten Sie sich an die vereinbarten Hinweise zur Schmerzlinderung und Nachkontrolle. Bei einer Kontrolle kann geprüft werden, ob das System korrekt liegt und ob Sie gut damit zurechtkommen.
Bitte lassen Sie starke oder zunehmende Unterbauchschmerzen, Fieber, übel riechenden oder ungewöhnlichen Ausfluss, sehr starke Blutungen, einen positiven Schwangerschaftstest oder plötzlich nicht mehr tastbare beziehungsweise deutlich veränderte Rückholfäden zeitnah abklären. Bei akuten starken Beschwerden außerhalb der Ordinationszeiten wenden Sie sich an eine geeignete medizinische Akutversorgung.
Regelmäßige gynäkologische Vorsorge bleibt auch mit Spirale wichtig. Die Spirale ersetzt weder Krebsfrüherkennung noch die Abklärung neuer Beschwerden. Sie schützt außerdem nicht vor Chlamydien, Gonorrhö, HIV oder anderen sexuell übertragbaren Infektionen.
Persönliche Verhütungsberatung in Wien
Eine gute Verhütungsentscheidung ist medizinisch sicher und passt zugleich zu Ihrem Alltag. In der Ordination am Margaretenplatz werden Ihre Erwartungen, Ihr Zyklus und relevante Befunde gemeinsam eingeordnet. Bitte bringen Sie vorhandene gynäkologische Befunde, eine Medikamentenliste und – wenn möglich – Informationen zu bisher verwendeten Verhütungsmethoden mit.
Die Kosten hängen vom gewählten Produkt, den erforderlichen Untersuchungen und der individuellen Leistung ab. Auch eine mögliche Kostenübernahme kann je nach Situation unterschiedlich sein. Eine verbindliche Auskunft erhalten Sie direkt von der Ordination. Es wäre unseriös, auf einer allgemeinen Informationsseite einen Pauschalpreis zu nennen, ohne das konkrete System und den medizinischen Aufwand zu kennen.
Wenn Sie zwischen Kupfer, Hormon oder einer anderen Methode schwanken, ist das kein Problem. Das Ziel des ersten Termins ist nicht, Sie zu einer bestimmten Lösung zu drängen. Sie sollen die Unterschiede verstehen, Fragen stellen können und eine Entscheidung treffen, die zu Ihrer Gesundheit und Ihren Prioritäten passt.
Fragen & Antworten
Häufige Fragen
Die Nutzungsdauer hängt vom Produkt ab. Kupferhaltige Systeme können je nach Modell mehrere Jahre bis deutlich über fünf Jahre wirken; Hormonspiralen je nach Präparat ebenfalls mehrere Jahre. Die für Sie gültige Dauer steht im Produktpass und wird bei der Einlage besprochen.
Das Empfinden reicht von kurzem Ziehen bis zu stärkeren Krämpfen. Ein individuelles Schmerzkonzept sollte vorab besprochen werden, besonders wenn frühere Untersuchungen schmerzhaft waren oder große Sorge besteht. Dabei kann auch die Möglichkeit einer Einlage in Kurznarkose besprochen werden.
Grundsätzlich kann ein intrauterines System auch ohne frühere Geburt infrage kommen. Entscheidend sind Anatomie, Befund, medizinische Eignung und eine informierte persönliche Entscheidung.
Das hängt unter anderem von Ihrem Wunsch nach hormonfreier Verhütung, Blutungsstärke, Regelschmerzen, Vorerkrankungen und persönlichen Prioritäten ab. Eine pauschal beste Spirale gibt es nicht.
Nein. Bei einem Infektionsrisiko sind Kondome weiterhin wichtig. Vor einer Einlage kann abhängig von der persönlichen Situation ein Test auf sexuell übertragbare Infektionen sinnvoll sein.
Die Fruchtbarkeit kann nach der Entfernung grundsätzlich rasch zurückkehren. Individuelle Fruchtbarkeit hängt aber zusätzlich von Alter, Zyklus und weiteren gesundheitlichen Faktoren ab.
Die Gesamtkosten richten sich nach Produkt, Untersuchung, Einlage und Nachsorge. Bitte fragen Sie die Ordination nach einer konkreten Kosteninformation für die medizinisch passende Variante.
Bei starken oder zunehmenden Schmerzen, Fieber, ungewöhnlichem Ausfluss, sehr starker Blutung, Kreislaufproblemen oder Schwangerschaftsverdacht ist eine rasche medizinische Abklärung erforderlich.
Quellen & Transparenz
Medizinische Grundlagen
Informationsstand: 25. August 2026. Die Inhalte dienen der Orientierung und ersetzen keine Untersuchung, Diagnose oder individuelle Therapie. Grundlage sind unter anderem folgende medizinische Fach- und Patienteninformationen:




