Blasenschwäche offen und diskret besprechen
Ungewollter Harnverlust kann den Alltag belasten. Er betrifft Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen – nach Schwangerschaft und Geburt ebenso wie in oder nach den Wechseljahren. Eine genaue Abklärung ist wichtig, weil sich die Behandlung nach Ursache und Form der Beschwerden richtet.
Ursachen und Formen der Blasenschwäche
Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder Heben wird als Belastungsinkontinenz bezeichnet. Steht ein plötzlich starker, schwer aufschiebbarer Harndrang im Vordergrund, kann eine Dranginkontinenz vorliegen. Mischformen sind möglich. Schwangerschaften, Geburten, eine Schwäche des Bindegewebes und körperliche Belastungen können den Beckenboden beeinflussen.
Im Gespräch werden Auslöser, Häufigkeit, Trinkverhalten und bisherige Behandlungen erfasst. Eine gynäkologische Untersuchung hilft, den Beckenboden und mögliche Senkungszeichen zu beurteilen. Je nach Beschwerden können Urinuntersuchungen, ein Blasentagebuch oder weitere Diagnostik sinnvoll sein.
Zu den Behandlungswegen gehören Training, Verhaltensmaßnahmen, Medikamente, Hilfsmittel und bei entsprechender Indikation operative Verfahren. Wir besprechen Nutzen und Grenzen, bevor Sie sich entscheiden.
Beckenbodengymnastik mit fachlicher Anleitung
Gezieltes Beckenbodentraining ist eine wichtige konservative Behandlung, besonders bei Belastungsinkontinenz. Eine diplomierte Beckenbodenspezialistin kann Sie dabei unterstützen, die Muskulatur richtig wahrzunehmen und passende Übungen zu erlernen.
Zum Training gehören bewusstes Anspannen und vollständiges Entspannen sowie die Abstimmung mit der Atmung und Alltagsbelastungen. Die Übungen werden schrittweise angepasst und können nach Anleitung auch zu Hause durchgeführt werden. Regelmäßigkeit ist dabei wichtiger als möglichst kräftiges, unkontrolliertes Anspannen.
Training kann zur Vorbeugung und begleitend zu anderen Behandlungen sinnvoll sein. Ob es allein ausreicht oder weitere Schritte notwendig sind, wird am Verlauf beurteilt.
Magnetfeldtherapie auf dem Beckenbodenstuhl
Bei dieser nicht-operativen Behandlung sitzen Sie vollständig bekleidet auf einem speziellen Therapiestuhl. Ein elektromagnetisches Impulsfeld regt Nerven und Muskeln im Beckenboden an. Dabei können Muskelbewegungen oder ein Klopfen wahrgenommen werden. Eine Anwendung dauert in der Ordination üblicherweise etwa 20 Minuten.
Vor einer Behandlung werden Eignung und mögliche Gegenanzeigen abgeklärt, insbesondere bei implantierten elektronischen Geräten oder anderen relevanten Vorerkrankungen. Wie viele Sitzungen infrage kommen, hängt von Ausgangslage und Verlauf ab.
Die wissenschaftliche Beurteilung solcher apparativen Verfahren ist nicht für alle Formen der Inkontinenz gleich. Die Magnetfeldtherapie ersetzt daher keine sorgfältige Diagnostik oder ein individuell angeleitetes Training. Erwartbarer Nutzen, Grenzen und Kosten werden im persönlichen Gespräch erläutert; ein bestimmter Erfolg wird nicht zugesichert.
Laserbehandlung bei ausgewählten Beschwerden
Die vaginale Laserbehandlung gehört zu den privat angebotenen Verfahren der Ordination. Dabei wird Energie auf das Gewebe übertragen, mit dem Ziel, Gewebeveränderungen anzuregen. Die Methode ist kein pauschaler Ersatz für Beckenbodentraining, Medikamente oder eine notwendige Operation.
Die Studienlage zu Wirksamkeit, Dauer des Nutzens und langfristiger Sicherheit ist begrenzt und hängt von Indikation und Verfahren ab. Vor einer Entscheidung werden etablierte Alternativen, mögliche Beschwerden und Risiken sowie die Kosten besprochen. Eine schmerzfreie Behandlung oder dauerhafte Besserung kann nicht garantiert werden.
Atrophie der Scheide: Trockenheit, Brennen und Schmerzen
Bei einer vaginalen Atrophie wird die Schleimhaut dünner und empfindlicher. Häufig spielt ein niedriger Östrogenspiegel nach der Menopause eine Rolle. Ähnliche Beschwerden können auch während der Stillzeit oder im Zusammenhang mit bestimmten Medikamenten und Behandlungen auftreten.
Mögliche Symptome sind Scheidentrockenheit, Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Das kann auch das sexuelle Wohlbefinden und die Lust beeinträchtigen. Weil Entzündungen und Hauterkrankungen vergleichbare Beschwerden verursachen können, ist eine Untersuchung wichtig.
Je nach Ursache kommen beispielsweise feuchtigkeitsspendende Mittel und lokale Behandlungen infrage. Weitere Informationen finden Sie unter Hyaluxelle und vaginale Atrophie, Wechseljahre und Lichen sclerosus.
Scheidensenkung und Beschwerden des Beckenbodens
Bei einer Senkung können sich Scheidenwände, Gebärmutter oder benachbarte Organe nach unten verlagern. Mögliche Beschwerden sind ein Druck- oder Fremdkörpergefühl, Unterbauchbeschwerden, Probleme beim Wasserlassen, Harnverlust und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Auch Blutungen können auftreten und müssen abgeklärt werden.
Die Behandlung hängt davon ab, welches Organ betroffen ist, wie ausgeprägt die Senkung ist und wie sehr sie Sie belastet. Beckenbodentraining, ein angepasstes Pessar und operative Verfahren sind mögliche Wege. Nicht jede Senkung erfordert eine Operation; umgekehrt kann Training nicht jede bestehende Senkung beheben.
Beratung im Beckenbodenzentrum
Prof. Gills gynäkologisches Beckenbodenzentrum und sein Engagement für die Aufklärung über Blasenschwäche richten sich an Frauen, die Orientierung und Behandlung suchen. Sie können auch belastende oder intime Beschwerden ohne Scheu ansprechen.
Die angebotenen privaten Beckenbodenbehandlungen sind selbst zu bezahlen. Umfang, Sitzungsplanung und Kosten werden vor Beginn vereinbart. Für einen Beratungstermin erreichen Sie die Ordination unter 01 / 58 76 76 9.
Weitere Informationen auf der Website zur Inkontinenzbehandlung
Weiterführende medizinische Informationen: Gesundheitsportal: Behandlung der Harninkontinenz · Gesundheitsportal: Gebärmuttersenkung · Leitlinie zur Harninkontinenz der Frau. Informationsstand: 13. Oktober 2026.

