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Prof. MR. Dr. Friedrich Gill · Wien 1050

Myome verständlich erklärt

Myome verständlich erklärt: Lage, Symptome, Diagnostik, Medikamente, Myomektomie, Narkose und Embolisation. Persönliche Beratung bei Prof. Gill in Wien.

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Myome verstehen und gemeinsam entscheiden

Myome sind gutartige Muskelknoten in oder an der Gebärmutter. Viele verursachen keine Beschwerden. Andere führen zu starken Blutungen, Schmerzen oder Druckgefühl und können bei Kinderwunsch eine Rolle spielen. Ob eine Behandlung nötig ist, hängt von Ihren Beschwerden, den Befunden und Ihrer Lebensplanung ab.

Was sind Myome und wo entstehen sie?

Myome bestehen überwiegend aus Muskel- und Bindegewebe. Sie können einzeln oder mehrfach vorkommen und von kleinen Knoten bis zu großen Veränderungen reichen, die die Gebärmutter deutlich vergrößern. Die Begriffe Leiomyom oder Fibromyom werden ebenfalls verwendet. Entscheidend für Beschwerden ist neben der Größe besonders die Lage.

  • Subseröse Myome wachsen an der Außenseite der Gebärmutter. Größere Knoten können Druck auf benachbarte Organe ausüben.
  • Intramurale Myome liegen in der Muskelwand. Sie können die Gebärmutter vergrößern und mit stärkeren Blutungen, Schmerzen oder Druckgefühl einhergehen.
  • Submuköse Myome liegen unter der Gebärmutterschleimhaut und können in die Gebärmutterhöhle hineinragen. Schon kleinere Knoten können dort Blutungen oder die Einnistung beeinflussen.

Welche Beschwerden können auftreten?

Möglich sind lange oder starke Monatsblutungen, Blutklümpchen und Zwischenblutungen. Blutverlust kann zu Eisenmangel oder Blutarmut mit Müdigkeit führen. Weitere Beschwerden sind Schmerzen oder Schwere im Becken, Rücken- oder Beinschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, häufiger Harndrang, Probleme bei der Blasenentleerung, Verstopfung, Blähungen oder ein vergrößerter Bauch. Nicht jedes dieser Symptome wird durch ein Myom verursacht.

Wer ist betroffen und was verändert sich in den Wechseljahren?

Myome sind häufig; viele bleiben unbemerkt. Sie treten vor allem während der fruchtbaren Lebensjahre auf. Ihr Wachstum ist hormonabhängig, und nach der Menopause können sie kleiner werden. Unter einer Hormonbehandlung können sich Verlauf und Beschwerden anders entwickeln. Neue Blutungen nach der Menopause gehören unabhängig von bekannten Myomen ärztlich abgeklärt.

Wie werden Myome festgestellt?

Im Gespräch werden Blutungsverlauf, Schmerzen, Familienplanung, Voroperationen und Medikamente erfasst. Bei der gynäkologischen Untersuchung kann eine vergrößerte Gebärmutter auffallen. Ultraschall ist meist die wichtigste erste Bildgebung. Eine Magnetresonanztomografie kann für unklare Befunde oder die Planung bestimmter Eingriffe hilfreich sein. Eine Computertomografie ist keine routinemäßige Erstuntersuchung für Myome und wird nur bei einer entsprechenden anderen Fragestellung eingesetzt.

Vor einer Behandlung wird geklärt, ob das Myom die Beschwerden tatsächlich erklärt und ob weitere Ursachen vorliegen. Bestehende Befunde helfen dabei, unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Beschwerdefreie Myome müssen häufig nicht behandelt werden; Verlaufskontrollen können ausreichen. Bei Beschwerden reicht das Spektrum von Medikamenten über eine gezielte Entfernung einzelner Myome bis zur Embolisation oder, in ausgewählten Situationen, einer Gebärmutterentfernung. Es gibt keinen für alle Patientinnen passenden nächsten Schritt.

Medikamente und hormonelle Behandlung

Medikamente können Blutungen und Schmerzen vermindern. Je nach Situation kommen hormonelle oder nicht hormonelle Möglichkeiten infrage. Bestimmte Hormonbehandlungen können Myome vorübergehend verkleinern und etwa eine Operation vorbereiten. Dauer, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen müssen besprochen werden. Nach dem Absetzen können Beschwerden oder Wachstum erneut auftreten; eine dauerhafte Beseitigung des Myoms ist damit nicht zugesichert.

Myomektomie: Myome entfernen, Gebärmutter erhalten

Bei der Myomektomie werden einzelne Myome ausgeschält. Die Gebärmutter bleibt erhalten. Welcher Zugang möglich ist, hängt von Lage, Größe, Anzahl und Voroperationen ab.

Hysteroskopische Myomektomie

Ein Instrument mit Kamera wird durch Scheide und Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle geführt. Geeignete, in die Höhle hineinragende Myome können so ohne Bauchschnitt abgetragen werden. Je nach Umfang kann der Eingriff ambulant oder stationär erfolgen. Für eine operative Myomentfernung ist in der Regel eine Vollnarkose vorgesehen; das Anästhesieverfahren wird vorab persönlich erläutert.

Laparoskopische Myomektomie

Bei der Bauchspiegelung werden Kamera und Instrumente über kleine Zugänge in der Bauchdecke eingeführt. Der Eingriff erfolgt üblicherweise in Vollnarkose. Lage und Größe der Myome bestimmen, ob dieser Zugang geeignet ist und wie die Gebärmutter anschließend verschlossen wird.

Abdominale Myomektomie

Bei besonders großen, zahlreichen oder ungünstig gelegenen Myomen kann ein größerer Bauchschnitt notwendig sein. Auch dabei werden möglichst nur die Myome entfernt und die Gebärmutter wieder verschlossen. Die Operation findet in Vollnarkose statt; Klinikaufenthalt und Erholung sind meist länger als bei kleineren Zugängen.

Risiken, Erholung und mögliche erneute Myome

Zu besprechen sind Blutungen, Infektionen, Verletzungen benachbarter Organe, Verwachsungen sowie die allgemeinen Narkose- und Thromboserisiken. Selten kann eine nicht beherrschbare Blutung eine Gebärmutterentfernung erforderlich machen. Nach einer gebärmuttererhaltenden Operation können neue Myome entstehen. Krankenhausaufenthalt, Schonung und die Planung einer späteren Schwangerschaft werden an den Eingriff angepasst.

Hysterektomie: Entfernung der Gebärmutter

Eine Gebärmutterentfernung kann bei ausgeprägten Beschwerden und bestimmten Befunden erwogen werden, besonders wenn kein Kinderwunsch mehr besteht und andere Möglichkeiten nicht passen. Sie ist keine automatische Folge eines Myombefunds und wird nicht allein anhand einer festen Altersgrenze entschieden.

Je nach Befund erfolgt die Operation durch die Scheide, über eine Bauchspiegelung oder einen Bauchschnitt, in der Regel unter Vollnarkose. Danach ist eine Schwangerschaft nicht mehr möglich. Ob Gebärmutterhals und Eierstöcke erhalten bleiben, wird gesondert besprochen. Feste Angaben wie ein immer gleich langer Spitalsaufenthalt oder eine einheitliche Erholungszeit wären unzutreffend; beides hängt von Methode, Verlauf und persönlicher Gesundheit ab.

Was ist eine Myomembolisation?

Die Embolisation der Gebärmutterarterien ist eine mögliche Alternative zur Operation. Eine Fachärztin oder ein Facharzt für interventionelle Radiologie führt über einen kleinen Gefäßzugang einen dünnen Katheter unter Röntgenkontrolle zu den versorgenden Arterien. Kleine Partikel verschließen gezielt Gefäße des Myoms, sodass es im Verlauf schrumpfen kann. Häufig werden die versorgenden Gefäße auf beiden Seiten behandelt.

Betäubung und Ablauf

Der Gefäßzugang wird örtlich betäubt. Schmerzmittel und gegebenenfalls ein beruhigendes Medikament werden nach dem Konzept des behandelnden Teams eingesetzt; eine Vollnarkose ist normalerweise nicht erforderlich. Sedierung bedeutet nicht automatisch vollständige Bewusstlosigkeit. Danach erfolgen Überwachung, Schmerzbehandlung und geplante Kontrollen. Beschwerden durch Krämpfe sind insbesondere in der ersten Zeit möglich.

Nutzen und Grenzen

Eine Embolisation kann Blutungen und Druckbeschwerden bessern und die Gebärmutter erhalten. Nicht jedes Myom eignet sich dafür. Die Wirkung wird im Verlauf beurteilt, und erneute Behandlungen können notwendig werden. Ein bestimmter Erfolg oder ein dauerhaftes Ausbleiben weiterer Myome lässt sich nicht versprechen.

Welche Risiken sind zu beachten?

Unterbauchschmerzen, Übelkeit und vorübergehendes Fieber können auftreten. Außerdem sind unter anderem Infektionen, Gefäßkomplikationen und eine Beeinträchtigung der Eierstockfunktion zu besprechen. Selten wird eine weitere Operation notwendig. Starke oder zunehmende Beschwerden nach dem Eingriff gehören zeitnah abgeklärt.

Myome, Behandlung und Kinderwunsch

Die Lage eines Myoms kann für die Fruchtbarkeit entscheidend sein. Eine gebärmuttererhaltende Operation bedeutet nicht automatisch, dass sich ein Kinderwunsch erfüllt; auch Verwachsungen und andere Ursachen sind zu berücksichtigen. Nach einer Embolisation sind Schwangerschaften möglich, die Auswirkungen auf Fruchtbarkeit und Schwangerschaftsrisiken müssen jedoch besonders sorgfältig gegen Alternativen abgewogen werden.

Gemeinsame Entscheidung mit Gynäkologie und Radiologie

Interventionelle Radiologinnen und Radiologen sind auf bildgesteuerte Eingriffe über kleine Zugänge spezialisiert. Bei einer Embolisation arbeiten sie mit der behandelnden Gynäkologie zusammen. Im persönlichen Gespräch können Sie klären, welches Verfahren Ihre Beschwerden adressiert, welche Alternativen bestehen und wie wichtig Ihnen der Erhalt der Gebärmutter oder ein späterer Kinderwunsch ist.

Eine Myombehandlung ist meist planbar. Nehmen Sie sich Zeit für Fragen und bei Bedarf eine zweite ärztliche Meinung.

Weiterführende Informationen: IQWiG: Myome · Operationen und Narkose · Myomembolisation.